Alle Inhalte stammen aus dem Erste Hilfe Kursbuch der M-A-U-S Seminare gGmbH, Karlsruhe (© 1. Auflage 2023, v1.5, www.erstehilfe.de). Texte, Fotografien und Grafiken sind urheberrechtlich geschützt. Diese Seite dient ausschließlich als persönliche Lernzusammenfassung — siehe Impressum am Ende.
Diese Zusammenfassung ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Im Notfall gilt immer: 112.
Titelseite · Das Erste Hilfe Kursbuch
Die Notfallregeln
Unsere Notfallregeln helfen dir, bei allen Notfällen das Richtige zu tun. Hier erklären wir dir, was dahinter steckt, bevor wir die Notfallregeln bei jedem Notfall anwenden.
Sichern · Prüfen · Rufen — mehr tun: Lagern · Verbinden · Betreuen · Temperatur regeln
Seite 3 · Inhaltsverzeichnis
Sichern
Seite 4 · Sichern
Ziel: Eigen-, Fremd- und Umgebungssicherung gewährleisten
Das Gesetz schützt dich als Ersthelfer:in. Der „rechtfertigende Notstand“ macht es dir leicht. Handeln im Notfall wird nicht bestraft, du bist als Ersthelfer:in gegen rechtliche Ansprüche geschützt.
Bestraft wird nur, wer im Notfall nichts tut. Die Grundlage hierzu ist §323c StGB „Unterlassene Hilfeleistung“.
| Gefahr | Maßnahme |
|---|---|
| Strom | Schalte Stromquellen ab und nimm Sicherungen raus! |
| Brand | Benutze einen Feuerlöscher oder Löschdecke! |
| Gefahrgut / Chemikalien | Trage Schutzkleidung! Gib Gefahrguthinweise beim Notruf immer weiter! |
| Gewässer / Eis | Nutze hier ein Rettungsgerät, beispielsweise einen Rettungsring! |
Trage für den Eigen- und Fremdschutz Handschuhe.
Sichern im Straßenverkehr
Seite 5 · Sichern im Straßenverkehr
Die Warnweste — 10–20 Meter vor der Unfallstelle anhalten und Warnweste anziehen
Der Warnblinker — Schalte den Warnblinker und das Licht ein
Das Warndreieck — Trage das Warndreieck sichtbar auf Brusthöhe und stelle es in ausreichendem Abstand vor der Unfallstelle auf. Der Abstand sollte mindestens der zulässigen Geschwindigkeit in Metern entsprechen.
Innerorts ca. 50 m, auf Landstraßen mind. 100 m, auf Autobahnen mind. 150 m vor der Unfallstelle aufstellen.
| Begrenzung | Abstand |
|---|---|
| 50 | ca. 50 Meter Abstand |
| 100 | ca. 100 Meter Abstand |
Achte beim Aufstellen darauf, dass das Warndreieck vor Kurven, Bergkuppen, Kreiseln und Kreuzungen abgestellt wird.
Das Warndreieck sollte andere Verkehrsteilnehmende nicht behindern, jedoch gut sichtbar aufgestellt werden.
Prüfen
Seite 6 · Prüfen
Ziel: Bewusstsein und Atmung prüfen, Symptome erkennen
Das Prüfen führt zur Auswahl der konkreten Hilfeleistung. Bewusstsein, Atmung und körperlicher Zustand können mit dem SHF-Schema (Sehen + Hören + Fühlen) grundlegend beurteilt werden.
Wenn du dich einer betroffenen Person näherst, prüfe das Bewusstsein:
- Sehen — Durch Anschauen kannst du bereits einiges erkennen. Hat die Person die Augen geschlossen? Wirkt sie leblos?
- Hören — Frage dann laut und deutlich: „Hallo, können Sie mich hören?“ Achte auf die Reaktion nach dem Ansprechen.
- Fühlen — Wenn du keine Reaktion erkennst, fasse die Person kräftig an den Schultern an. Wenn die Person auch auf dein Anfassen nicht reagiert, ist die Person bewusstlos!
Dann musst du die Atmung überprüfen! Das geht nur richtig, wenn die Person flach auf dem Rücken liegt. Vielleicht musst du erst einen Rettungsgriff anwenden, bevor du weitermachen kannst. Schau dazu im Kapitel Bewusstlosigkeit.
Das SHF-Schema
Auch wenn die Person bei Bewusstsein ist, hilft dir das SHF-Schema, die Lage zu beurteilen:
- Sehen — Suche Blickkontakt zur betroffenen Person, hier siehst du gegebenenfalls Hinweise (blasse Haut, Wunden, Medikamentenreste...).
- Hören — Stelle dich vor und frage die betroffene Person nach ihrem Namen. Frage nach Schmerzen und dem Unfallhergang. Kündige Hilfe immer an und stimme sie mit der betroffenen Person ab.
- Fühlen — Suche vorsichtig Körperkontakt während der Hilfe.
Ist die Person bei Bewusstsein?
Seite 7 · Prüfschema
Ja! → Situationsgerecht mehr tun.
Nein! → Atmung prüfen! Überstrecke den Kopf der betroffenen Person und prüfe max. 10 Sekunden die Atmung:
- Sehen — Siehst du Atembewegungen am Bauch/Brustkorb?
- Hören — Hörst du Atemgeräusche?
- Fühlen — Spürst du Atemstöße der betroffenen Person an deiner Wange?
Atmung vorhanden? Hast du 2–3 Atemzüge in max. 10 Sekunden festgestellt?
- Ja! → Stelle die Atmung sicher und setze dann den Notruf ab! Siehe „Stabile Seitenlage“.
- Nein! → Setze den Notruf ab und halte den Notkreislauf aufrecht! Siehe „Herz-Lungen-Wiederbelebung“.
Bei der Bewusstlosigkeit erschlafft die Muskulatur und die Schutzreflexe fallen aus. Das Erschlaffen der Muskulatur führt dazu, dass der Zungengrund in den Rachen fällt und die Atemwege blockiert. Durch den Ausfall der Schutzreflexe kann Erbrochenes, Speichel oder Blut in die Atemwege gelangen.
Rufen
Seite 8 · Rufen
Ziel: Notruf absetzen, Umstehende zur Mithilfe auffordern
Das Rufen sollte während dem Sichern und Prüfen durch andere Helfer:innen umgesetzt werden. Wenn du allein an einer Unfallstelle bist, wird bei Bewusstlosigkeit mit Atmung nach der stabilen Seitenlage gerufen, bei nicht vorhandener Atmung unbedingt vor der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Fordere Umstehende zur Mithilfe auf. Lasse sie den Notruf absetzen, einen Verbandkasten holen. Bei Bedarf fordere einen AED.
Die Rettungsleitstelle wird dich unterstützten! Wähle 112 und gib an:
- Wo der Notfall passiert ist! Adresse? Stockwerk? Fabrikgebäude? Zufahrtsweg?
- Dann wichtig: Warten! Nicht auflegen und weitere Fragen beantworten:
- Was ist genau passiert? Wieviele Betroffene gibt es?
- Welche Verletzungen/ Erkrankungen haben die Betroffenen?
Es gilt immer: Die Leitstelle beendet das Telefonat!
Kein Handy dabei? Auf den Leitpfosten zeigt ein Pfeil die Richtung, in der die nächste Notrufsäule steht.
Der Notruf ist gratis und lässt sich auch ohne Guthaben oder Entsperren des Handys absetzen.
Unter der 112 wird dir auch inhaltlich geholfen! Für den Fall einer Herz-Lungen-Wiederbelebung gibt es die Hilfe per „Telefonreanimation“. Grundsätzlich gilt – Immer warten, bis die Leitstelle das Telefonat beendet.
Die Notrufnummern
Seite 9 · Notrufnummern und Rettungskette
| Ansprechpartner | Telefonnummer |
|---|---|
| Rettungsdienst | 112 |
| Feuerwehr | 112 |
| Polizei | 110 |
| Ärztlicher Notdienst | 116 117 |
| Giftnotruf | Variiert in Deutschland – informiere dich online oder im Notfall unter der 112 nach der gültigen Telefonnummer |
Die Rettungskette
- Du hast dich, die betroffene Person und andere gesichert?
- Du hast Symptome geprüft?
- Du hast den Notruf abgesetzt?
Du hast das erste Kettenglied der Rettungskette erfolgreich abgeschlossen. Wende jetzt die weiteren Notfallregeln an, um Erste Hilfe zu leisten und die betroffene Person bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu versorgen.
Erste Hilfe: Sichern · Prüfen · Rufen · Bewusstlosigkeit? → Lagern · Verbinden · Betreuen · Temp. regeln → Rettungsdienst → Krankenhaus
Lagern
Seite 10 · Lagern
Ziel: Symptome durch sinnvolle Lagerung mildern, Folgeverletzungen vermeiden
Durch eine sinnvolle Lagerung kann die Situation der betroffenen Person durch dich als Ersthelfer:in verbessert werden. In einigen Fällen solltest du eine betroffene Person bei Bewusstsein nicht bewegen, z.B. bei Wirbelsäulenverletzungen.
| Lagerungsart | Anwendung |
|---|---|
| Bauchdeckenentspannende Lagerung | z.B. bei akutem Bauch (Erkrankungen oder Verletzungen der Bauchregion) |
| Oberkörper leicht erhöht lagern | z.B. bei Schlaganfall |
| Oberkörper hoch lagern | z.B. bei Herzinfarkt und Hitzschlag |
| Kutschersitz | bei einem Asthmaanfall |
Schocklage
Seite 11 · Schocklage
Ziel: Sicherstellen, dass das Blut der betroffenen Person die wichtigen Organe mit Sauerstoff versorgt
Bei einem lebensbedrohlichen Schock fehlt durch Blutverlust oder einer ungünstigen Verteilung des Blutes im Körper das notwendige Blutvolumen zur Versorgung der lebenswichtigen Organe mit Sauerstoff.
Ursachen eines Schocks sind z.B.:
- großer Blut- oder Flüssigkeitsverlust durch Wunden oder Verbrennungen
- Nervenschädigungen
- schwere allergische Reaktion
Anzeichen eines Schock:
- kaltschweißige Haut, Blässe
- bläuliche Lippen und/ oder Ohrläppchen
- Angst, Panik, Unruhe, Nervosität
- Zittern, Kälteempfinden
Achtung! Es besteht erhöhte Gefahr für eine Bewusstlosigkeit!
Schocklage bei allgemeinen Schocksymptomen, z.B. bei stark blutenden Wunden an den Extremitäten oder Verbrennungen.
Verbinden – Grundsätze der Wundversorgung
Ziel: Blutungen stillen, Infektionen vermeiden, Schmerzen lindern
Seite 12 · Verbinden
Seite 13 · Verbinden
Verbandmaterial
Verbandpäckchen (steril, einzeln verpackt) Das Verbandpäckchen ist eine sterile Mullbinde, auf der bereits eine Wundauflage befestigt ist. So eignet es sich zur schnellen Versorgung von blutenden Wunden und vor allem zur Herstellung eines Druckverbands bei stark blutenden Wunden.
Wundauflagen / Kompressen (steril, einzeln verpackt)
- Wundauflage größer als die Wunde wählen und nur am Rand berühren
- mit Heftpflasterstreifen, Mullbinden oder Dreiecktuch befestigen
Wundschnellverband (Pflaster) (unsteril, am Streifen oder als Sortiment für Fingerkuppe, Fingerzwischenraum, etc...)
- Wunderauflage größer als die Wunde wählen und nicht berühren
- großzügig abschneiden
- vorsichtig befestigen
Verbandtuch (steril, einzeln verpackt) Anwendung für großflächige Wunden wie Verbrennungen, Schürfwunden oder Wunden, auf die nur sehr wenig Druck ausgeübt werden darf, z.B. offene Bauchverletzungen.
- Verbandtuch locker über die ganze Wunde legen
- mit Heftpflasterstreifen, Mullbinden oder Dreiecktuch befestigen
Befestigungstechniken
Mit Mullbinden (unsteril) befestigen
- (mehrere) Wundauflage(n) auf die Wunde legen
- Mullbinde um den Körperteil und die Wundauflage(n) abwickeln
- Bindenende zum Abschluss unterstecken oder mit Heftpflaster befestigen
Mit Dreiecktuch (unsteril) befestigen
- (mehrere) Wundauflage(n) auf die Wunde legen
- Dreiecktuch an der kurzen Ecke mehrmals einschlagen und um den Körperteil und die Wundauflage(n) wickeln
- Ecken des Dreiecktuchs verknoten
Mit Heftpflasterstreifen (unsteril) befestigen
- Wundauflage auf die Wunde legen
- zwei oder mehr Streifen Heftpflaster großzügig abschneiden
- Streifen rahmenförmig über die Wundauflage auf die Haut kleben
Sie muss die Wunde vor Schmutz & Keimen schützen und somit die Infektionsgefahr verringern. Die Wundversorgung muss die Blutung stillen. Sie muss den Wundbereich ruhigstellen und dadurch Schmerzen reduzieren. Um einer Infektion mit dem Tetanuserreger (Wundstarrkrampf) vorzubeugen ist eine Schutzimpfung notwendig, diese muss regelmäßig aufgefrischt werden. Entstand die Wunde durch einen Tierbiss, ist die Infektiongefahr besonders hoch. Bei dringendem Verdacht auf Tollwut kann die Wunde mit Seife ausgewaschen werden, ärztliche Behandlung ist erforderlich!
Je nach Entwicklungsstadium zeigt sich die Zecke als 1–2 mm großer Fremdkörper in der Haut, die Einstichstelle ist gerötet und kann leicht jucken. Zecken so schnell wie möglich mit einer Zeckenzange oder Pinzette nah an der Haut greifen und mit geradem Zug entfernen, ohne den Körper der Zecke zu quetschen. Ein Arztbesuch wird empfohlen, da Zecken gefährliche Krankheiten, wie Borreliose oder eine Hirnhautentzündung übertragen können!
Betreuen
Seite 14 · Betreuen und Temperatur regeln
Ziel: Situation durch emotionale Unterstützung verbessern, etwas über den Unfallhergang erfahren
Betreuen heißt, mit der betroffenen Person sprechen, nicht über sie!
- Sage, dass du da bist! Das gilt auch für bewusstlose Personen.
- Schirme die betroffene Person vor Schaulustigen ab.
- Suche vorsichtig Körperkontakt.
- Sprich und höre zu! Kündige Berührungen und Maßnahmen an.
Temperatur regeln
Ziel: Symptome durch sinnvolles kühlen oder wärmen mildern
So kannst du die betroffene Person in verschiedenen Situationen durch die Regelung der Temperatur optimal unterstützen:
In besonderen Notfällen ist es notwendig entweder den gesamten Körper oder nur einzelne Stellen der betroffenen Person zu kühlen. Um nur kleine Flächen zu kühlen können Eiswürfel oder Kühlkompressen genutzt werden. Der gesamte Körper wird am besten mit kalten Umschlägen gekühlt.
Notfälle erfordern oftmals, dass wir die betroffene Person passiv wärmen, z.B. mit der Rettungsdecke. Damit unterstützen wir den körpereigenen Wärmehaushalt. Achte darauf, dass die betroffene Person auch von unten (Boden) gewärmt wird.
Decke unterlegen:
- Person auf die Seite drehen
- Rettungsdecke zur Hälfte raffen und nah an den Rücken der Person legen
- Person über den Wulst hinweg zurück und auf die andere Seite drehen
- geraffte Rettungsdecke wieder ausbreiten und Person zurück auf den Rücken drehen
- Person mit den übrigen Seitenteilen zudecken oder eine zusätzliche Decke nutzen
Bewusstlosigkeit und Wiederbelebung
Seite 15 · Kapitel Bewusstlosigkeit
Bei einer Bewusstlosigkeit ist das Leben einer betroffenen Person akut bedroht. Diese kann auf andere Notfälle folgen oder unabhängig von anderen Notfällen in allen Lebenslagen auftreten.
Tritt eine dieser Situationen auf, so ist immer zuerst die Bewusstlosigkeit zu behandeln und die Atemwege frei zu machen, bevor weitere Maßnahmen ergriffen werden.
Rettung aus dem Gefahrenbereich
Seite 16 · Rettung aus dem Gefahrenbereich
Ziel: bei akuter Gefahr (z.B. Bewusstlosigkeit) bewusstlose Person schnellstmöglich retten, ohne sich selbst erheblicher Gefahr auszusetzen
Sichern — Eigenschutz, Unfallstelle absichern: Warnblinker, Warnweste, Warndreieck
Rettung aus dem KFZ
- Bewusstsein prüfen — Anschauen, Ansprechen, Anfassen. Zündung aus, Handbremse anziehen, betroffene Person abschnallen. Brille abnehmen.
- Kopf der betroffenen Person auf Lenkrad ablegen
- Beine der Person überkreuzen — Betroffene Person an ferner Hüftseite und nahem Knie drehen
Rettung vom Boden
- Bewusstsein prüfen — Anschauen, Ansprechen, Anfassen
- Kopf leicht anheben und Hände zum Rücken der betroffenen Person führen — Kopf der betroffenen Person auf deinen Unterarmen ablegen. Führe die Hände weiter Richtung Schulterblätter.
- Oberkörper aufrichten
Weiter für beide Rettungsarten
Seite 17 · Rettungsgriff, Schritte 4–6
- Greife unter den Achseln hindurch einen Arm der betroffenen Person. Achte hierbei darauf, dass die Daumen nach vorne zeigen.
- Betroffene Person auf deinen Oberschenkel ziehen.
- Betroffene Person vorsichtig außerhalb des Gefahrenbereichs ablegen.
Prüfen — max. 10 Sek. Atmung prüfen: Sehen – Hören – Fühlen
- Die Person ist bewusstlos mit ausreichender Atmung? Stelle die Atmung mit der stabilen Seitenlage sicher und setze dann den Notruf ab!
- Die Person ist bewusstlos ohne ausreichende Atmung? Setze den Notruf ab und beginne mit der Wiederbelebung.
Notruf so früh wie möglich absetzen (lassen)!
Die Atmung ist sichergestellt? Jetzt situationsgerecht mehr tun.
Helmabnahme
Seite 18 · Helmabnahme
Ziel: Helm der bewusstlosen Person entfernen und Atemwege freimachen
| Notfallregel | Maßnahme |
|---|---|
| Sichern | Eigenschutz, Unfallstelle absichern |
| Prüfen | Bewusstsein & Atmung |
| Rufen | Notruf so früh wie möglich absetzen |
| Schritt | Helfer 1 | Helfer 2 |
|---|---|---|
| 1 | Helm festhalten, Kopf stabilisieren | Visier öffnen, Anschauen, Ansprechen, Anfassen, Bewusstlosigkeit feststellen |
| 2 | Helm weiter festhalten, Kopf stabilisieren | Kinnriemen öffnen, ggf. Brille entfernen |
| 3 | Kinnriemen übernehmen und auseinanderziehen, Kopf weiter stabilisieren | Hände vorsichtig seitlich in den Helm stecken |
| 4 | Helm mit einer Wellenbewegung vorsichtig abziehen | Hände vorsichtig seitlich weiterschieben, Daumen dabei über die Ohren führen |
Stabile Seitenlage zu zweit
Seite 19 · Stabile Seitenlage zu zweit
Ziel: Atemwege einer bewusstlosen Person frei machen, Person mit Mund als tiefsten Punkt und mit überstrecktem Kopf lagern
| Schritt | Helfer 1 | Helfer 2 |
|---|---|---|
| 1 | Helm ablegen, Kopf von Helfer 2 übernehmen | Kopf stabilisieren und an Helfer 1 vorsichtig übergeben, Kopf überstrecken, max. 10 Sekunden Atmung überprüfen — Sehen, Hören, Fühlen |
| 2 | Kopf stabilisieren, ferne Hand an der Wange fixieren, Drehung anleiten, Kopf achsengerecht mitführen | nahen Arm anwinkeln, ferne Hand an die Wange legen, fernes Knie aufstellen, Drehung absprechen, Körper vorsichtig auf die Seite drehen |
| 3 | Kopf weiter stabilisieren | betroffene Person an Schulter und Knie drehen |
Atemkontrolle regelmäßig, am besten mehrmals pro Minute wiederholen.
Die Atmung ist sichergestellt? Jetzt situationsgerecht mehr tun.
Stabile Seitenlage
Seite 20 · Stabile Seitenlage
Ziel: Atemwege einer bewusstlosen Person frei machen, Person mit Mund als tiefsten Punkt und mit überstrecktem Kopf lagern
Sichern — Eigenschutz beachten, Handschuhe anziehen
Bewusstsein prüfen — Anschauen · Person ansprechen · kräftig an der Schulter fassen
max. 10 Sek. Atmung prüfen — Kopf überstrecken, Blick auf Brustkorb: Atembewegungen · Atemgeräusche · Atemluft an der Wange
Du stellst kein Bewusstsein aber ausreichende Atmung fest:
- Arm um 90 Grad nach oben anwinkeln
- Fernes Knie aufstellen und festhalten
- Ferne Hand greifen, an naher Wange festhalten
- Person an aufgestelltem Knie drehen, Kopf stabilisieren
Achte darauf, dass der Kopf keine ruckartigen Bewegungen macht.
Seite 21 · Stabile Seitenlage, Abschluss
- Kopf überstrecken, Mund tiefster Punkt
- Prüfe erneut die Atmung
Rufen — Notruf absetzen
Betreuen — Sprich mit der Person, auch wenn sie bewusstlos ist
Temperatur regeln — Wärme die Person
Prüfe regelmäßig die Atmung, bestenfalls mehrmals pro Minute.
Stellst du keine Atmung fest, drehe die Person wieder auf den Rücken und prüfe erneut die Atmung. Führe ggf. die Herz-Lungen-Wiederbelebung durch oder mache erneut eine stabile Seitenlage.
Herz-Lungen-Wiederbelebung
Seite 22 · Herz-Lungen-Wiederbelebung
Ziel: bei einer Person ohne Bewusstsein und ohne normaler Atmung einen Notkreislauf durch Drücken und Beatmen aufrechterhalten, bis die Profis übernehmen
| Notfallregel | Maßnahme |
|---|---|
| Sichern | Eigenschutz, Handschuhe |
| Prüfen | Bewusstsein & Atmung |
| Rufen | Notruf vor Beginn der HLW absetzen |
1. Vorbereitung
- Person auf einen harten Untergrund legen
- Oberkörper der Person freimachen
- Knie dich seitlich neben die Person und lege deinen Handballen in die Mitte des Brustkorbs
2. Herzdruckmassage Strecke die Arme durch, 5–6 cm tief drücken und wieder vollständig entlasten, 2x pro Sekunde (100–120x pro Minute), insgesamt 30x drücken und entlasten.
3. Beatmung Überstrecke den Kopf, halte die Nase mit Zeigefinger und Daumen zu und beatme 2x Mund zu Mund, bis der Brustkorb sich hebt. Alternativ Mund zuhalten und Beatmung durch die Nase.
Schritt 2 und 3 abwechselnd wiederholen, bis die Profis übernehmen.
Der AED – Automatisierter externer Defibrillator
Seite 23 · Der AED
Ein AED gibt Hilfestellung bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung und kann einen lebensrettenden Schock abgeben. Sollte die Person bewusstlos sein und nicht normal atmen, sollen Umstehende schnellstmöglich einen AED holen, während du die Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführst!
Die HLW wird auch bei der Nutzung des AED weiter fortgesetzt. Der AED sagt dir, wenn du die HLW kurz unterbrechen musst, z.B. bei der Analyse oder Abgabe des Schocks.
Wie gehst du bei der Anwendung eines AED-Geräts vor?
Die Anweisungen zum Vorgehen erhältst du vom AED-Gerät direkt bei der Nutzung. Wichtig ist:
- dass du die HLW nicht unterbrichst, um einen AED zu besorgen. Fordere stattdessen umstehende Personen auf, einen AED zu holen
- dass der Rumpf der betroffenen Person trocken ist, da die Elektroden bei Nässe die betroffene Person verletzen können
- dass der Oberkörper ggf. rasiert werden muss, da die Elektroden auf die nackte Haut geklebt werden müssen
Bei Schockabgabe des AEDs darf niemand die betroffene Person berühren.
Weitere Notfälle
Seite 24 · Kapitel Weitere Notfälle
Das Notfallbild — Hier sieht du, was denn eigentlich geschehen ist und wie du die ersten drei Notfallregeln (Sichern, Prüfen, Rufen) effektiv anwendest!
Mehr tun! — Hier erklären wir dir, wie du im Einzelfall helfen kannst!
Weitere Infos — Hier findest du Zusatzinfos und hilfreiche Tipps!
Sichern, Prüfen, Rufen – mehr tun! Diese Schritte kannst du bei allen Notfällen anwenden. Wenn sich der Notfall verändert, beginne wieder bei Sichern. Gehe die Notfallregeln immer wieder durch bis der Rettungsdienst übernimmt.
Verletzungen
Stark blutende Wunde
Seite 25 · Stark blutende Wunde
Ziel: Blutung stoppen, Gefahren eines lebensbedrohlichen Schocks verringern
Sichern — scharfe Gegenstände beseitigen, Handschuhe anziehen
Prüfen
- Sehen: starke Blutung, Wunde, blasse Haut
- Hören: Angst, Panik
- Fühlen: kaltschweißige Haut
Rufen — Notruf absetzen
Lagern — bis Verbandmaterial verfügbar: Schocklage, verletztes Körperteil hochhalten, Druck auf Wunde ausüben
Verbinden
- Verbandpäckchen öffnen, Wundauflage auf Wunde legen und Verband 2x um die Wunde wickeln
- geschlossenes Verbandpäckchen als Druckpolster auf den Verband legen und umwickeln
- Verband auf dem Druckpolster verknoten
Wichtig! Druckpolster darf nicht saugfähig sein.
Betreuen · Temperatur regeln
Fremdkörper in Wunde
Seite 26 · Fremdkörper in Wunde
Ziel: Fremdkörper polstern und damit ruhigstellen, Gefahren eines lebensbedrohlichen Schocks verringern
Sichern — Eigenschutz, Handschuhe
Prüfen
- Sehen: Blut, blasse Haut
- Hören: Angst, Panik
- Fühlen: kaltschweißige Haut
Rufen
Lagern — Schocklage, verletztes Körperteil hochhalten
Verbinden
- Wunde mit sterilen Kompressen beidseitig abdecken
- Fremdkörper umpolstern, möglichst geschlossenes Verbandmaterial nutzen
- Polsterung mit einem Verband vorsichtig fixieren
Bei einer Verletzung/ einem Fremdkörper im Auge das Auge abdecken und mit einem Verband beide Augen ruhigstellen.
Steckt ein Fremdkörper fest in der Nase oder im Ohr, nicht entfernen und einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen!
Amputation
Seite 27 · Amputation
Ziel: Blutung stoppen, Infektionsgefahr & Gefahren eines lebensbedrohlichen Schocks verringern, Amputat gekühlt versorgen
Sichern — scharfe Gegenstände beseitigen, Handschuhe
Prüfen
- Sehen: ggf. starke Blutung, Wunde, blasse Haut
- Hören: Angst, Panik
- Fühlen: kaltschweißige Haut
Rufen — Notruf absetzen
Lagern — Schocklage, verletztes Körperteil hochhalten
Verbinden — bei starker Blutung Druckverband
Betreuen und Wärmeerhalt sicherstellen
Versorgung des Amputats
- Amputat steril umwickeln, mit möglichst wenig Luft in Plastikbeutel 1 einschließen
- Beutel 2 wird mit kalter Flüssigkeit gefüllt. Beutel 1 wird in diesen gesteckt, sodass er oben herausschaut
- Amputat darf das Kühlmittel nicht berühren
- Amputat dem Rettungsdienst übergeben
Verbrennung
Seite 28 · Verbrennung, Grade
Ziel: Verbrennung steril versorgen, Unterkühlung verhindern, Schock verhindern
Sichern
- Eigenschutz, Handschuhe
- Brennt die betroffene Person, lösche sie mit Wasser oder einem Feuerlöscher
- Achte darauf den Feuerlöscher nicht in das Gesicht der betroffenen Person zu halten
Prüfen — Es gibt 3 Grade der Verbrennung
| 1. Grad | 2. Grad | 3. Grad | |
|---|---|---|---|
| Sehen | betroffene Stelle ist gerötet | betroffene Stelle ist gerötet und es haben sich Brandblasen gebildet | grau-weiße oder schwarz aussehende, verkohlte Haut |
| Hören | Äußerungen über Schmerzen und Unfallhergang | Äußerungen über stärkste Schmerzen, Angst und Unfallhergang | Schmerzen nur noch an den Wundrändern |
| Fühlen | ggf. kaltschweißige Haut | ggf. kaltschweißige Haut | kaltschweißige Haut |
Rufen — Notruf absetzen
Verliert die Person das Bewusstsein oder erleidet einen Atemstillstand, müssen sofort entsprechende Maßnahmen angewendet werden!
Seite 29 · Verbrennung, Maßnahmen
Temperatur regeln — Kleine (bis handflächengroße) Verbrennungen können wenige Minuten mit Wasser gekühlt werden, dabei betroffene Person wärmen um eine Unterkühlung zu vermeiden
Lagern — Schocklage oder nach Wunsch
Verbinden — Verbrennung steril abdecken, dazu Kompresse oder Verbandtuch benutzen
Betreuen
Beim Kühlen ist die Temperatur des Wassers egal, der Kühleffekt lindert die Schmerzen, sofern die Kühlung zeitnah erfolgt.
Erfrierung
Seite 30 · Erfrierung
Ziel: Unterkühlung verhindern, Erfrierung steril versorgen
Sichern — Eigenschutz, Handschuhe
Prüfen
- Sehen: die betroffenen Körperteile sind zunächst bläulich-rot, später weißgelb (ähnlich wie Brandblasen) und zuletzt weißgrau
- Hören: betroffene Person klagt über Kälte, Schmerzen oder Gefühlslosigkeit
- Fühlen: eiskaltes Körperteil ist erst weich und schmerzhaft, später verhärtet und gefühllos
Auf Unterkühlung achten. Stadien: 1. Stadium · 2. Stadium · 3. Stadium (nach mehreren Stunden)
Rufen — Notruf absetzen
Lagern — betroffenes Körperteil, wenn möglich, unter die Achseln der betroffenen Person legen
Verbinden — Erfrierung steril abdecken
Betreuen
Temperatur regeln — Wärme die betroffene Person
Bei einer gleichzeitigen Unterkühlung ist diese immer zuerst zu behandeln, die Unterkühlung ist akut lebensbedrohlich.
Verätzung
Seite 31 · Verätzung
Ziel: Weitere Verätzung verhindern, Wunde steril versorgen
Sichern — Handschuhe, Ätzstoff unter Beachtung des Eigenschutzes entfernen, benetzte Kleidungsstücke vorsichtig entfernen
Prüfen
- Sehen: verletzte Haut, Blasenbildung oder Hautveränderung, Ätzstoff oder Behälter
- Hören: Äußerungen über Schmerzen und Unfallhergang
Rufen — Notruf absetzen
Verbinden
- (Augen-)Verätzung hautschonend abspülen bis der Schmerz nachlässt
- Wunde steril abdecken und verbinden, bei Augenverätzung ggf. Augenverband anlegen
Lagern — nach Wunsch
Betreuen — Beruhige die betroffene Person, nur nach Rücksprache mit der Notrufzentrale Wasser zu trinken geben
Temperatur regeln
Das Wasser so über die Haut fließen lassen, dass es auf kürzestem Weg wieder abfließt und der Ätzstoff nicht weiter verteilt wird.
Verätzungen des Auges bestenfalls mit einer Augenspülflasche ausgiebig ausspülen, ansonsten das Auge aufhalten und durch eine weitere Person das Auge ausspülen lassen.
Nasenbluten
Seite 32 · Nasenbluten
Ziel: Aspiration und Verschlucken von Blut verhindern
Sichern — Eigenschutz, Handschuhe
Prüfen
- Sehen: starke und/oder unaufhörliche Blutung, blasse Haut
- Hören: Angst, Panik, Schwindel, Medikamenteneinnahme (Blutverdünner)
Rufen — Notruf absetzen
Lagern
- Betroffene Person leicht vornübergebeugt an ein Waschbecken setzen, ggf. Tücher oder Gefäß reichen
- Bei Kreislaufproblemen und Schwindel Person flach auf den Bauch legen
Verbinden — Keine Taschentücher in die Nase stecken, Nase nicht verstopfen, mit Daumen und Zeigefinger die weichen Nasenflügel kurzzeitig zusammendrücken um Blutung zu verringern
Betreuen — Sage, dass du da bist und was du tust, schirme die Person vor Zuschauern ab, suche vorsichtigen Körperkontakt, sprich und höre zu
Temperatur regeln — Nacken kühlen
Knochen- und Gelenkverletzung
Seite 33 · Knochen-/Gelenkverletzung
Ziel: Schonhaltung unterstützen, Schmerzen lindern und Folgeverletzungen vermeiden
Sichern — Eigenschutz, Handschuhe
Prüfen
- Sehen: Schwellung, abnorme Lage des betroffenen Körperteils, Blaufärbung der geschwollenen Stelle
- Hören: Schmerzen, Angst
Rufen — Notruf absetzen
Lagern — Schonhaltung unterstützen. Als Hilfsmittel können Decken und Jacken hinzugezogen werden.
Verbinden — Dreiecktuch als Armtragetuch nutzen, alle angrenzenden Gelenke sollen im Verband liegen
Man unterscheidet zwischen einem Bruch ohne eine blutende Verletzung und einem Bruch mit einer blutenden Verletzung. Ist eine offene Wunde vorhanden, decke diese steril ab bevor du ein Armtragetuch anwendest.
Wirbelsäulen- und Beckenverletzung
Seite 34 · Wirbelsäulen-/Beckenverletzung
Ziel: Schonhaltung unterstützen, Folgeverletzungen vermeiden
Sichern — Eigenschutz, Handschuhe
Prüfen
- Sehen: ggf. Abgang von Urin und Stuhlgang, auf Bewusstseinsstörungen achten
- Hören: Schmerzen, Angst, Lähmungserscheinungen, Gefühls- und Bewegungsstörungen
Rufen — Notruf absetzen
Lagern — Unbedingt die vorgefundene Lage unterstützen und nicht bewegen, bei Bewusstlosigkeit Stabile Seitenlage
Verbinden, Betreuen, Temperatur regeln: bei Bedarf
Bei einer Bewusstlosigkeit und Verdacht auf einen Wirbelsäulen-, Bein- und Beckenbruch muss die stabile Seitenlage hergestellt werden & auch die Rettung aus dem Gefahrenbereich muss bei Bedarf durchgeführt werden.
Kopfverletzung
Seite 35 · Kopfverletzung
Ziel: Infektionsgefahr verringern, Gefahr durch mögliche Bewusstlosigkeit verringern
Sichern — Eigenschutz, Handschuhe
Prüfen
- Sehen: Blut, Wunde, Bewusstseinseintrübung
- Hören: Schmerzen, Angst, Panik, Schwindel, Übelkeit
Rufen — Notruf absetzen
Lagern — Bei Bewusstsein mit erhöhtem Kopf
Verbinden
- Lege die Wundauflage locker auf die Wunde und vermeide zu viel Druck
- Fixiere die Wundauflage mit einem Verband oder gefalteten Dreiecktuch
Betreuen, Temperatur regeln: bei Bedarf
Bei Kopfverletzungen liegt die größte Gefahr bei Schädelknochen- und Gehirnverletzungen. Minuten bis Stunden nach der Gewalteinwirkung auf den Kopf kann es noch zu einer Druckerhöhung auf das Gehirn und dadurch zur Bewusstlosigkeit kommen.
Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Erinnerungslücken sind Anzeichen einer Gehirnerschütterung und können auch noch Stunden nach der Gewalteinwirkung auf den Kopf auftreten! Unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Brustkorb- und Rippenverletzung
Seite 36 · Brustkorb-/Rippenverletzung
Ziel: Schonhaltung unterstützen, Schmerzen lindern und Folgeverletzungen vermeiden
Sichern — Eigenschutz, Handschuhe
Prüfen
- Sehen: blutende Wunde, blasse Haut
- Hören: Äußerung über starke Schmerzen, Angst, Panik
- Fühlen: kaltschweißige Haut
Rufen — Notruf absetzen
Lagern
- Lagere den Oberkörper hoch bei Atemproblemen
- Unterstütze ansonsten die vorgefundene Lage
Verbinden — Befestige eine sterile Wundauflage luftdurchlässig über der offenen Brustkorbwunde
Betreuen, Temperatur regeln: bei Bedarf
Wichtig! Drehe bei Brustkorbverletzungen die betroffene Person bei der stabilen Seitenlage auf die verletzte Seite, hierdurch wird die gesunde Seite beim Atmen entlastet.
Bauchverletzung und -erkrankung
Seite 37 · Bauchverletzung/-erkrankung
Ziel: Bauchdecke entlasten, Symptome mildern, ggf. Infektionsgefahr reduzieren
Sichern — Eigenschutz, Handschuhe
Prüfen
- Sehen: betroffene Person hält den Bauch, Blut und/oder eine Wunde
- Hören: Äußerung über Schmerzen, Angst, Panik
- Fühlen: kaltschweißige Haut
Rufen — Notruf absetzen
Lagern
- Lagere die Person nach Wunsch
- Eine Knierolle und ein leicht erhöhter Oberkörper entlasten die Bauchdecke
- Auch die Embryonalhaltung ist für die betroffene Person oft hilfreich
Verbinden
- Offene Bauchverletzungen mit einer sterilen Wundauflage abdecken
- Betreue die betroffene Person bis die Profis eintreffen
Temperatur regeln — Wärme die betroffene Person mit Rettungsdecke oder Jacken, etc.
Wichtig! Gib der betroffenen Person keine Getränke oder Essen.
Herz
Stromunfall
Seite 38 · Stromunfall
Ziel: Strommarken steril versorgen, Entlastung des Herzens
Sichern
- akute Gefahren beseitigen (Strom ausschalten und Sicherung rausnehmen)
- Bei unklarer Stromquelle oder Hochspannung mindestens 20 Meter Abstand zur Stromquelle einhalten. Falls die Stromquelle nicht abzustellen ist, Eigenschutz beachten und auf die Rettungskräfte warten.
- Handschuhe anziehen
Prüfen
- Sehen: Strommarken
- Hören: Klagen über Schmerzen, Informationen zum Unfallhergang, Atemnot, Brustschmerz, Herzrasen, Unruhe
- Fühlen: Schweiß
Rufen — Notruf absetzen
Lagern — Lagere die betroffene Person mit erhöhtem Oberkörper oder nach Wunsch
Verbinden — Decke die Strommarken / Verbrennungen an Ein- und Austrittsstelle steril ab
Betreuen — Stets auf das Bewusstsein achten
Temperatur regeln: bei Bedarf
Betroffene von Hochspannungsunfällen oder bei unklarer Stromquelle ausschließlich von Fachkräften versorgen lassen.
Herzinfarkt
Seite 39 · Herzinfarkt
Ziel: Schnelles Alarmieren der Rettungskräfte & Symptome nach Möglichkeit lindern, Herz entlasten
Sichern — Eigenschutz, Handschuhe
Prüfen
- Sehen: Angst, blasse Haut, ggf. Schweiß, ggf. geschwollene Halsvenen, Erbrechen
- Hören: Äußerungen über stechende oder drückende Schmerzen im Brustkorb und/oder im Oberbauch, Unterkiefer, linken Arm, Luftnot beim Sprechen, Übelkeit
- Fühlen: ggf. kaltschweißige Haut
Rufen — Notruf absetzen
Lagern — für frische Luft sorgen, beengende Kleidung öffnen, Oberkörper erhöht lagern
Betreuen und Wärmeerhalt sicherstellen · Verbinden: bei Bedarf
Treten die Symptome nur kurzzeitig und unter Belastung auf, kann es sich auch um eine Angina Pectoris handeln, ein Herzinfarkt ähnliches Ereignis. Es handelt sich trotzdem um einen Notfall! Dein Vorgehen unterscheidet sich NICHT von einem Herzinfarkt.
Atmung
Asthma bronchiale
Seite 40 · Asthma bronchiale
Ziel: Auslöser entfernen, normale Atmung wiederherstellen
Sichern — Eigenschutz, betroffene Person vor akuten Gefahren (Allergenen, z.B. Blütenpollen, Haustiere) schützen
Prüfen
- Sehen: Angst, Atemnot, bläuliche Lippen/Ohrläppchen
- Hören: Luftnot beim Sprechen, Pfeifen beim Ausatmen, Husten
Rufen — Notruf absetzen
Lagern — beengende Kleidung öffnen, Kutschersitz · Verbinden: bei Bedarf
Betreuen — Lippenbremse anleiten
Temperatur regeln
Als Ersthelfer:in darfst du der betroffenen Person lediglich ihr eigenes Asthmaspray reichen & sie in der Einnahme unterstützen!
Fremdkörper in Luft- und Speiseröhre
Seite 41 · Fremdkörper in Luft- und Speiseröhre
Ziel: Nach Möglichkeit entfernen des Fremdkörpers, schnelle Übergabe an den Rettungsdienst
Sichern — Eigenschutz, Handschuhe
Prüfen
- Sehen: Angst, Atemnot, ein blaurotes Gesicht. Siehst du verschluckbare Kleinteile in der Umgebung?
- Hören: Luftnot beim Sprechen und starkes Husten oder Würgen
Rufen — Notruf absetzen
Verdacht auf eine Aspiration
- effektives Husten → zum Husten ermutigen
- ineffektives Husten → Rückenschläge & Oberbauchkompressionen im Wechsel
Rückenschläge (5x) — Oberkörper tief lagern, mit Handfläche zwischen Schulterblätter klopfen, im Wechsel wiederholen
Letztes Mittel: Oberbauchkompression — Faust unterhalb des Brustbeins auf den Bauch legen, ruckartig nach hinten-oben ziehen
Die Atmung ist sichergestellt? Situationsgerecht mehr tun, bis der Rettungsdienst eintrifft. Atmung nicht vorhanden? Herz-Lungen-Wiederbelebung.
Insektenstich im Mund- und Rachenraum
Seite 42 · Insektenstich im Mund-/Rachenraum
Ziel: Schwellung lindern, um eine effektive Atmung zu ermöglichen
Sichern — Eigenschutz, Handschuhe
Prüfen
- Sehen: Angst, Atemnot, ein blaurotes Gesicht. Siehst du Wespen oder Bienen in der Umgebung?
- Hören: Geräusche beim Atmen, Schmerzen, Luftnot beim Sprechen, Husten
- Fühlen: ggf. kaltschweißige Haut
Rufen — Notruf absetzen
Lagern — Atemerleichternde Sitzhaltung oder lagere die betroffene Person nach Wunsch
Temperatur regeln — kühle den Hals von außen mit kühlen Umschlägen und lass die betroffene Person ggf. Eiswürfel lutschen
Verbinden: bei Bedarf · Betreuen
Hirn
Diabetes mellitus und Unterzuckerung
Seite 43 · Diabetes mellitus / Unterzuckerung
Ziel: Schnelles Alarmieren der Rettungskräfte, betroffene Person beruhigen & betreuen
Sichern — Eigenschutz, Handschuhe
Prüfen
- Sehen: Schweiß, Unruhe, ggf. Krampfanfall mit weiß-rotem Schaum am Mund, auf Bewusstseinsstörungen achten
- Hören: Äußerungen über Heißhunger, Ärger, Krankheitsgeschichte, Verwirrung
- Fühlen: Schweiß
Rufen — Notruf absetzen
Lagern — nach Wunsch · Verbinden: bei Bedarf
Betreuen — Beruhige die betroffene Person & reiche ihr zuckerhaltige Getränke oder Traubenzucker
Temperatur regeln — ggf. Wärmen
Im Normalfall produziert die Bauchspeicheldrüse das Insulin. Insulin macht die Zellen für die Aufnahme des Blutzuckers (Glukose) empfänglich.
Bei Diabetes kann der Körper kein eigenes Insulin mehr zur Verfügung stellen. Der häufigste Notfall bei Diabetiker:innen ist die Unterzuckerung. Gründe sind z.B. Insulinüberdosierung, körperliche Anstrengung, Alkohol- und Drogenmissbrauch oder zu geringe Nahrungsaufnahme.
Krampfanfall
Seite 44 · Krampfanfall
Ziel: Verletzungen während des Krampfes vermeiden, Atemwege in der Nachschlafphase sichern
Sichern — Eigenschutz, Handschuhe
Prüfen
- Sehen: Zuckungen oder Verkrampfungen, unkontrollierte Streck- und Beugebewegungen, ggf. weiß-roter Schaum am Mund
- Hören: Initialschrei vor dem Krampf
- Fühlen: Schweiß
Rufen — Notruf absetzen
Lagern — Lass die betroffene Person krampfen. Schütze den Kopf, wenn möglich, durch leichte Polsterung. In der Nachschlafphase lege die Person in die Stabile Seitenlage ohne Polster.
Betreuen — Beruhige die betroffene Person und schirme sie von Schaulustigen ab
Ein Krampfanfall entsteht durch Störungen des Zentralnervensystems.
Äußere Reize, wie Lärm und Licht, aber auch Drogenkonsum oder starkes Fieber bei Kindern und Senioren können bei Betroffenen zu einer Überreizung der Nerven im Gehirn führen.
Schlaganfall
Seite 45 · Schlaganfall
Ziel: Schnelles Alarmieren der Rettungskräfte, betroffene Person beruhigen & betreuen
Sichern — Eigenschutz, Handschuhe
Prüfen
- Sehen: halbseitige Schwäche, Lähmungserscheinungen
- Hören: heftigste Kopfschmerzen, Angst, verwaschene Aussprache, ggf. Orientierungslosigkeit
- Fühlen: halbseitige Schwäche / Lähmung, bspw. beim Händeschütteln
Rufen — Notruf absetzen
Lagern
- Oberkörper leicht erhöht lagern
- Lehne die betroffene Person an deinen Körper an, somit kannst du sie gleichzeitig betreuen
Verbinden: bei Bedarf · Betreuen
Temperatur regeln — ggf. wärmen
Der Schlaganfall entsteht durch einen Verschluss oder Riss eines hirnversorgenden Gefäßes, dadurch kommt es beim nachfolgenden Gewebe zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff und dadurch zu Schädigungen des Gehirns.
Temperatur
Hitzeerschöpfung
Seite 46 · Hitzeerschöpfung
Ziel: Symptome mildern, Flüssigkeitsverlust ausgleichen, Zentralisierung des Bluts in die Körpermitte unterstützen
Sichern — Eigenschutz, Handschuhe
Prüfen
- Sehen: Schweiß, unzweckmäßig warme Kleidung, auf Schockanzeichen achten, z.B. Angst, blasse Haut
- Fühlen: auf Schockanzeichen achten, z.B. kaltschweißige Haut
Rufen — Notruf absetzen
Lagern — Schocklage · Verbinden: bei Bedarf
Betreuen — Reiche der betroffenen Person mineralhaltige Getränke, wenn sie bei vollem Bewusstsein ist
Temperatur regeln — bei Schock Wärmeerhalt
Hitzschlag
Seite 47 · Hitzschlag
Ziel: Hohe Körpertemperatur durch Kühlung von außen reduzieren
Sichern — Eigenschutz, Handschuhe
Prüfen
- Sehen: gerötete, trockene Haut am ganzen Körper, unzweckmäßig warme Kleidung, taumelnder Gang
- Hören: Klagen über Hitze, Kopfschmerzen und Übelkeit
- Fühlen: heiße, trockene Haut („wie Fieber“)
Rufen — Notruf absetzen
Lagern — Sorge für frische Luft an einem kühlen Ort. Lagere den Oberkörper der betroffenen Person hoch.
Temperatur regeln — Kühle die betroffene Person nach Möglichkeit mit feuchten Umschlägen
Verbinden: bei Bedarf
Betreuen — unzweckmäßige Kleidung entfernen
Ein Hitzschlag entsteht durch das Ausbleiben der Kühlung durch Schweiß. Durch die eingestellte Schweißproduktion steigt die Körpertemperatur gefährlich hoch an.
Sonnenstich
Seite 48 · Sonnenstich
Ziel: Kopf entlasten, Reizung der Hirnhäute durch Kühlen von außen lindern
Sichern — Eigenschutz, Handschuhe
Prüfen
- Sehen: hochroter Kopf und Nacken, Erbrechen
- Hören: Klagen über Kopf- und Nackenschmerzen sowie einen steifen Nacken, Übelkeit, ggf. Bewusstseinseintrübung
- Fühlen: heiße Kopf- & Gesichtshaut
Rufen — Notruf absetzen
Lagern — Lagere die betroffene Person mit erhöhtem Oberkörper oder nach Wunsch
Verbinden: bei Bedarf · Betreuen
Temperatur regeln — Kühle den Kopf und Nacken der betroffenen Person mit Umschlägen
Bei einem Sonnenstich reizen die Infrarotstrahlen der Sonne die Hirnhäute. Genannte Symptome können auch erst Stunden nach der Sonneneinstrahlung auftreten! Eine Gefahr für schwere Symptome, wie Bewusstlosigkeit und Hirnhautentzündung, besteht besonders bei Kindern und älteren Personen.
Unterkühlung
Seite 49 · Unterkühlung
Ziel: Weitere Auskühlung des Körpers verhindern, lebenswichtige Körperfunktionen sichern
| Notfallregel | Maßnahme |
|---|---|
| Sichern | Eigenschutz |
| Prüfen | Stadium erkennen — auf Übergang achten |
| Rufen | Notruf absetzen |
| 1. Stadium | 2. Stadium | |
|---|---|---|
| Sehen | betroffene Person ist bei Bewusstsein, zittert heftig & friert, trägt ggf. nasse Kleidung | betroffene Person zittert nicht mehr, ggf. Bewusstseinseintrübung |
| Hören | Äußerungen über die Situation | ggf. Äußerungen über Wärme (Kälteidiotie) |
| Fühlen | sehr kalte Haut | sehr kalte Haut |
| Lagern | Bringe die Person an einen warmen Ort | bei Bewusstsein in der vorgefundenen Lage belassen, jede Bewegung kann zu einer Verschlechterung führen. Bei Bewusstlosigkeit mit ausreichender Atmung Person in stabile Seitenlage bringen. |
Betroffene Personen niemals „warm rubbeln“!
Verbinden: bei Bedarf
Betreuen — Bei vollem Bewusstsein: warme, gezuckerte Getränke oder Traubenzucker reichen. Keine alkoholischen Getränke!
Temperatur regeln — Passiv wärmen, Rettungsdecke unterlegen
Gift
Vergiftung
Seite 50 · Vergiftung
Ziel: Weitere Vergiftung verhindern, Symptome mildern
Sichern — Eigenschutz, ggf. vom Giftstoff entfernen, direkten Kontakt mit dem Giftstoff vermeiden, ggf. lüften
Prüfen
- Sehen: Angst & Atemnot, blasse Haut, Medikamenten-/Giftstoffreste, Bewusstseinseintrübung
- Hören: Äußerungen über Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen, Unfallhergang
Rufen — Notruf absetzen
Lagern — Nach Wunsch oder Beschwerden, Oberkörper erhöht, bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage
Verbinden nach Bedarf
Betreuen — Kein Erbrechen auslösen! Sollte die betroffene Person von selbst erbrechen, unterstütze sie dabei; nur nach Absprache mit den Profis Wasser zu trinken geben.
Temperatur regeln — nach Bedarf
Gifte können über verschiedene Wege in unseren Körper gelangen:
| Weg | Beispiele |
|---|---|
| Verdauung | Medikamente, Pflanzen, Lebensmittel |
| Atmung | Gase wie Kohlenmonoxid, Schädlingsbekämpfungsmittel |
| Haut | Chemikalien und direkt über den Blutkreislauf (Tiergifte, Drogen) |
Anhang: Betriebliche Erste Hilfe
Seite 51 · Betriebliche Erste Hilfe
Ab 2 Mitarbeiter:innen ist ein Unternehmen verpflichtet, alle notwendigen sachlichen, organisatorischen und personellen Mittel zur Erstversorgung der Mitarbeiter:innen im Notfall zur Verfügung zu stellen und den reibungslosen Ablauf der Versorgung nach dem Prinzip der Rettungskette zu garantieren.
Die genauen Regelungen findest du in der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“.
Personelle Maßnahmen
Je nach Betriebsgröße muss gewährleistet sein, dass genügend Mitarbeiter:innen in Erster Hilfe geschult sind. Dazu gehört die Ausbildung einer bestimmten Anzahl an Ersthelfer:innen und ggf. Betriebssanitäter:innen, abhängig von der Unternehmensgröße und der Branche.
In Gewerbebetrieben sind mind. 10 %, in Verwaltungsbetrieben mind. 5 % der Beschäftigten durch einen Erste Hilfe Kurs mit 9 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten zu schulen und alle 2 Jahre fortzubilden.
Materielle Maßnahmen
Auch bei dem vorzuhaltenden Material ist die Größe und Branche des Unternehmens zu beachten. Eine Mindestausstattung besteht aus:
- einem Telefon oder einer anderen Meldeeinrichtung, über die ein Notruf abgesetzt werden kann
- ausreichend Erste-Hilfe-Material, das mind. der DIN 13157 entspricht und einer geeignete Liegemöglichkeit, ggf. in einem Erste-Hilfe-Raum
- auf alle Materialien und Orte für die Erste Hilfe Leistung ist entsprechend mit dem Rettungskennzeichen hinzuweisen
Organisatorische Maßnahmen
Um bei einem Notfall wirksam helfen zu können, sind auch organisatorische Maßnahmen notwendig:
Sichtbare Informationen für Mitarbeiter:innen zur Erste Hilfe z. B. durch das „Plakat: Erste Hilfe“ (DGUV Information 204-003). Unterweisung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über das richtige Verhalten bei Unfällen und über die materiellen Maßnahmen.
Einteilung von Ersthelfer:innen über die gesamte Arbeitszeit. Unfallanzeige an den Unfallversicherungsträger bei allen Unfällen mit mehr als 3 Tagen Arbeitsunfähigkeit. Dokumentation der Erste-Hilfe-Leistungen z. B. im „Verbandbuch“ (DGUV Information 204-020).
Maßnahmen nach einem Unfall
Die Versorgung kleinerer Verletzungen ist immer zu dokumentieren. In einigen Fällen ist der Besuch des Durchgangsarztes/ der Durchgangsärtzin angezeigt. Ist der Rettungsdienst vor Ort, wird dieser über die weiteren Maßnahmen entscheiden. Bei einer folgenden Arbeitsunfähigkeit von mehr als 3 Tagen ist die Unfallanzeige an den Unfallversicherungsträger zu stellen.
Transport
Ein schonender und fachgerechter Transport zur Vorstellung bei einem Arzt oder einer Ärztin oder im Krankenhaus ist für den Erfolg der Behandlung entscheidend, insbesondere bei schweren Verletzungen.
Deshalb gilt: bei schweren Verletzungen oder Unsicherheiten immer den Rettungsdienst über die „112“ alarmieren!
Bei geringfügigen und leichten Verletzungen liegt die Entscheidung über das Verkehrsmittel und den Zeitpunkt des Transports bei der betroffenen Person – diese hat auch die Arztwahl.
Dokumentation von Erste Hilfe Leistungen
Seite 52 · Dokumentation
Formularfelder:
- Name der verletzten bzw. erkrankten Person
- Datum/Uhrzeit
- Ort (Unternehmensteil)
- Hergang
- Art und Umfang der Verletzung/Erkrankung
- Name der Zeugen
- Art und Weise der Erste Hilfe Maßnahmen
- Name des Ersthelfers/ der Ersthelferin
Aufzeichnung der Erste Hilfe Leistung
Über jede Erste Hilfe Leistung müssen nach §24 Abs. 6 der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ Aufzeichnungen geführt und fünf Jahre lang aufbewahrt werden. Die Aufzeichnungen sind vertraulich zu behandeln. Die Angaben dienen als Nachweis, dass die Verletzung/Erkrankung bei einer versicherten Tätigkeit ein- bzw. aufgetreten ist. Diese Aufzeichnungen können sehr wichtig sein, wenn z.B. Spätfolgen eintreten sollten. Diese Aufzeichnungen der im Betrieb erfolgten Erste Hilfe Leistungen sind nicht zuletzt auch Informationsquelle für die Erfassung, Untersuchung und Auswertung von nicht meldepflichtigen Arbeitsunfällen, die vom Betriebsarzt oder der Betriebsärztin und von der Fachkraft für Arbeitssicherheit durchzuführen sind. Diese Formulare sollten idealerweise gemeinsam mit dem Erste Hilfe Material aufbewahrt werden. Die ausgefüllten Formulare sollten an einem Ort gesammelt werden, an dem der Zugriff Unbefugter vermieden werden kann.
Checkliste Erste Hilfe Set DIN 13157
Seite 53 · Checkliste DIN 13157
| Material | Anzahl |
|---|---|
| Heftpflasterspule DIN 13019-A | 1 |
| Wundschnellverband DIN 13019-E (10 cm x 6 cm) | 12 |
| Fingerkuppenverband | 6 |
| Fingerverband (120 mm x 20 mm) | 6 |
| Pflasterstrip (19 mm x 72 mm) | 6 |
| Pflasterstrip (25 mm x 72 mm) | 12 |
| Verbandpäckchen DIN 13151-K (8 cm x 6 cm) | 1 |
| Verbandpäckchen DIN 13151-M (10 cm x 8 cm) | 3 |
| Verbandpäckchen DIN 13151-G (12 cm x 10 cm) | 1 |
| Verbandtuch DIN 13152-A | 6 |
| Wundkompressen (10 cm x 10 cm) | 2 |
| Augenkompresse | 1 |
| Sofort-Kältekompresse | 1 |
| Rettungsdecke (210 x 160 cm) | 2 |
| Elastische Fixierbinde DIN 61634-FB 8 (4 m x 8 cm) | 2 |
| Elastische Fixierbinde DIN 61634-FB 6 (4 m x 6 cm) | 2 |
| Dreiecktuch DIN 13168-D | 2 |
| Schere DIN 58279-B 190 | 1 |
| Folienbeutel | 2 |
| Einmal-Vliesstofftuch | 5 |
| Einmalhandschuhe DIN EN455 | 4 |
| Erste-Hilfe-Anleitung | 1 |
| Feuchttücher zur Reinigung | 4 |
| Gesichtsmasken | 2 |
| Inhaltsverzeichnis | 1 |
Impressum
Seite 54 · Impressum
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Copyright Hinweise — © 1. Auflage 2023 v1.5
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参考文献
- M-A-U-S Seminare gGmbH. Das Erste Hilfe Kursbuch. 1. Auflage 2023, v1.5. Karlsruhe: M-A-U-S Seminare gGmbH, 2023.
- Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. DGUV Vorschrift 1: Grundsätze der Prävention.
- Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. DGUV Information 204-003: Plakat Erste Hilfe.
- Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. DGUV Information 204-020: Verbandbuch.
- Strafgesetzbuch (StGB), §323c: Unterlassene Hilfeleistung.